Das Wichtigste auf einen Blick
Die anonym geprüfte GEO-Agentur zeigt trotz DR 38 und rund 395 verweisenden Domains keine messbaren organischen Rankings und nahezu keine erfasste KI-Sichtbarkeit. Die Kombination aus Eigenperformance, Technik, Backlinks, Methodik und belastbaren Kundenbelegen liefert eine bessere Grundlage zur Bewertung als einzelne Kennzahlen.
- Eigene KI-Sichtbarkeit ist ein Plausibilitätssignal: Sie entscheidet nicht allein über die Kompetenz einer GEO-Agentur, gewinnt bei einem Anbieter für ChatGPT- und AI-Visibility-Leistungen aber besondere Relevanz.
- Backlinks allein beweisen wenig: DR 38 und rund 395 verweisende Domains stehen hier 0 organischen Keywords und nahezu keiner gemessenen KI-Präsenz gegenüber.
- GEO-Kompetenz muss überprüfbar sein: Methodik, Promptsets, zitierte Seiten, Kundenentwicklungen, technische Umsetzung und laufendes Monitoring sollten nachvollziehbar belegt werden.
GEO-Agenturen versprechen Unternehmen Sichtbarkeit in ChatGPT, Gemini, Perplexity, Google AI Overviews und weiteren generativen Suchsystemen. Für Auftraggeber stellt sich deshalb eine naheliegende Prüfungsfrage: Wie sichtbar ist der Anbieter selbst in genau diesen Systemen? In einer anonymisierten Prüfung wurde untersucht, welche Eigenperformance eine GEO-Agentur bei Google und in KI-Systemen zeigt, wie ihr Backlinkprofil aussieht und ob die technische Qualität der eigenen Website zur vermarkteten Leistung passt.
Der Befund ist auffällig: keine organischen Rankings, kein messbarer organischer Traffic und nahezu keine erfasste Präsenz in generativen Suchsystemen, obwohl die Domain über ein vergleichsweise solides Backlinkprofil verfügt.
Warum die eigene Sichtbarkeit einer GEO-Agentur relevant ist
Die Eigenperformance einer Agentur ist kein vollständiger Qualitätsnachweis.
Ein Anbieter kann hervorragende Kundenprojekte betreuen und gleichzeitig nur begrenzte Ressourcen in die eigene Vermarktung investieren. Neue Domains benötigen zusätzlich Zeit, um Sichtbarkeit aufzubauen. Auch unterschiedliche Zielgruppen, Märkte und Vertriebsmodelle beeinflussen die eigene digitale Präsenz.
Trotzdem besitzt die Eigenperformance eine klare Aussagekraft als Plausibilitätsindikator.
Wenn ein Anbieter GEO als Kernleistung verkauft und Unternehmen dabei helfen möchte, in ChatGPT, Gemini oder Google AI Overviews sichtbar zu werden, sollte sich zumindest ein Teil dieser Kompetenz am eigenen digitalen Auftritt nachvollziehen lassen.
Besonders relevant wird dieser Abgleich, wenn mehrere Signale gleichzeitig schwach ausfallen:
-
geringe oder fehlende organische Sichtbarkeit,
-
kaum messbare KI-Nennungen,
-
schwache technische Qualität,
-
wenig nachvollziehbare Eigenreferenzen,
-
Diskrepanzen zwischen Autoritätssignalen und tatsächlicher Sichtbarkeit.
Dann entsteht kein automatisches Negativurteil. Es entsteht jedoch Prüfbedarf.
Eine GEO Agentur kann vor der Beauftragung unabhängig geprüft werden. Dabei werden unter anderem Methodik, Referenzen, technische Kompetenz und die Substanz des Anbieters bewertet.
Was wurde bei der GEO-Agentur geprüft?
Die Prüfung konzentrierte sich auf öffentlich und technisch nachvollziehbare Signale des Anbieters.
Untersucht wurden insbesondere:
-
organische Google-Sichtbarkeit,
-
vorhandene Rankings,
-
geschätzter organischer Traffic,
-
Sichtbarkeit in generativen Suchsystemen,
-
zitierte Seiten,
-
Backlinkprofil und verweisende Domains,
-
technische Qualität der Website,
-
Ladezeit,
-
Verhältnis zwischen sichtbarer Eigenperformance und angebotener GEO-Leistung.
Die Bewertung folgt damit einem einfachen Prinzip:
Leistungsversprechen werden mit der eigenen nachweisbaren digitalen Substanz abgeglichen.
Diese Logik wird auch bei anderen anonymisierten Agenturprüfungen eingesetzt. Der Beitrag SEO Agentur geprüft zeigt beispielsweise, wie Rankings, Traffic, Referenzen, Backlinks und KI-Sichtbarkeit gemeinsam bewertet werden können.
Ergebnis: Keine messbare organische Sichtbarkeit
Die untersuchte Domain weist im deutschen Ahrefs-Datensatz aktuell folgende Werte auf:
| Kennzahl | Ergebnis |
|---|---|
| Organische Keywords | 0 |
| Top-3-Rankings | 0 |
| Geschätzter organischer Traffic | 0 |
| Bezahlte Keywords | 0 |
| Bezahlter Traffic | 0 |
Damit besitzt die Website im betrachteten Datensatz keine messbare organische Google-Sichtbarkeit.
Für eine GEO-Agentur ist dieser Befund relevant, weil klassische Suchmaschinenoptimierung und Generative Engine Optimization unterschiedliche Disziplinen sind, sich aber in mehreren Grundlagen überschneiden.
Dazu gehören unter anderem:
-
technisch zugängliche Inhalte,
-
klar strukturierte Informationen,
-
thematische Relevanz,
-
nachvollziehbare Entitäten,
-
externe Autoritätssignale,
-
zitierfähige Inhalte,
-
fachliche Themenabdeckung.
Eine Website ohne messbare Google-Rankings beweist daher keine fehlende GEO-Kompetenz. Sie liefert jedoch kaum sichtbare Eigenbelege dafür, dass der Anbieter selbst erfolgreich digitale Nachfrage und Suchsichtbarkeit aufgebaut hat.
GEO ersetzt SEO-Grundlagen nicht vollständig
GEO wird teilweise als vollständig neue Disziplin vermarktet. In der Praxis greifen klassische Suche und generative Systeme auf viele ähnliche Qualitätssignale zurück.
KI-Systeme benötigen verständliche, zugängliche und fachlich klar einordenbare Informationen. Suchmaschinen bewerten ebenfalls Inhalte, technische Erreichbarkeit, thematische Relevanz und Autorität.
Eine Agentur kann daher neue Methoden für AI Search beherrschen, ohne selbst für große SEO-Keywords sichtbar zu sein. Bei vollständig fehlenden Rankings stellt sich allerdings die weitergehende Frage, welche eigene digitale Substanz bereits aufgebaut wurde.
Eine belastbare Anbieterprüfung betrachtet deshalb niemals nur eine einzelne Kennzahl.
Ergebnis: Nahezu keine erfasste Sichtbarkeit in KI-Systemen
Besonders relevant für eine GEO-Agentur ist die tatsächliche Präsenz in generativen Antwortsystemen.
Im vorliegenden Ahrefs-Brand-Radar-Datensatz ergibt sich folgendes Bild:
| Plattform | Erfasste Antworten/Nennungen | Zitierte Seiten |
|---|---|---|
| Google AI Overviews | 0 | 0 |
| ChatGPT | 0 | 0 |
| Google AI Mode | 0 | 0 |
| Gemini | 0 | 0 |
| Perplexity | 1 | 1 |
| Copilot | 0 | 0 |
Damit ist im geprüften Datensatz lediglich bei Perplexity eine einzelne Präsenz erkennbar.
Bei ChatGPT, Gemini, Google AI Overviews, Google AI Mode und Copilot wurden keine entsprechenden Antworten oder zitierten Seiten erfasst.
Was bedeuten solche AI-Visibility-Daten?
Die Zahlen müssen korrekt eingeordnet werden.
Ein AI-Visibility-Tool bildet einen definierten Datensatz aus Plattformen, Prompts, Ländern, Zeitpunkten und Messmethoden ab. Eine Null bedeutet deshalb:
Im betrachteten Messrahmen wurde keine entsprechende Sichtbarkeit erfasst.
Sie bedeutet nicht automatisch, dass der Anbieter in keiner denkbaren KI-Antwort weltweit vorkommen kann.
Genau diese Differenzierung ist für eine seriöse GEO-Prüfung wichtig.
Auch ein Gutachten zur KI-Sichtbarkeit bewertet deshalb mehr als einzelne Markennennungen. Relevanz, Häufigkeit, Kontext, Quellenlage, Wettbewerbsposition und methodische Belastbarkeit gehören gemeinsam zur Bewertung.
Warum null ChatGPT-Nennungen trotzdem relevant sind
Die fehlende Messbarkeit gewinnt durch das Geschäftsmodell des Anbieters an Bedeutung.
Ein Unternehmen, das etwa Maschinenbauleistungen verkauft, muss keine starke ChatGPT-Präsenz besitzen, um fachlich kompetent zu sein.
Bei einer GEO-Agentur ist die Situation anders.
Die angebotene Leistung besteht gerade darin, Marken und Unternehmen in generativen Suchsystemen besser auffindbar, verständlich und zitierfähig zu machen.
Deshalb ist die Frage legitim:
Welche dieser Fähigkeiten lassen sich am eigenen Marktauftritt nachvollziehen?
Je stärker ein Anbieter mit eigener GEO-Kompetenz, AI Visibility oder Sichtbarkeit in ChatGPT und Co. wirbt, desto höher ist der Prüfwert der eigenen Performance.
Auffällig: DR 38 und 395 verweisende Domains
Das Backlinkprofil der Domain wirkt auf den ersten Blick deutlich stärker als die sichtbare Performance.
Gemessen wurden:
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Domain Rating | 38 |
| URL Rating | 10 |
| Backlinks | 20.500+ |
| Verweisende Domains | 395 |
| Insgesamt erfasste verweisende Domains | rund 400 |
Ein DR von 38 ist für eine kleinere Anbieterwebsite kein schwaches Autoritätssignal.
Gerade deshalb fällt die Diskrepanz auf.
395 verweisende Domains stehen 0 organischen Keywords und 0 geschätztem organischem Traffic gegenüber.
Das zeigt sehr deutlich, warum Domain Rating oder die reine Zahl von Backlinks niemals isoliert als Qualitätsbeweis eingesetzt werden sollten.
Ein hoher DR beweist weder SEO- noch GEO-Kompetenz
Domain Rating beschreibt die Stärke eines Linkprofils innerhalb der Methodik eines SEO-Tools.
Es beantwortet andere Fragen jedoch nur eingeschränkt:
-
Für welche Themen besitzt die Domain Relevanz?
-
Welche Seiten erhalten Links?
-
Wie hochwertig sind die einzelnen Verweise?
-
Welche Inhalte ranken tatsächlich?
-
Welche Marken- und Entitätssignale bestehen?
-
Wird die Domain von KI-Systemen als Quelle genutzt?
-
Entsteht aus der Autorität messbare Nachfrage?
Bei der geprüften GEO-Agentur führen die vorhandenen Backlinks aktuell zu keiner erkennbaren organischen Suchperformance im betrachteten Datensatz.
Für Auftraggeber ist diese Diskrepanz interessanter als der isolierte DR-Wert.
Backlinks und GEO-Sichtbarkeit müssen gemeinsam betrachtet werden
Generative Systeme arbeiten nicht nach einer simplen Formel wie:
Viele Backlinks = viele KI-Nennungen.
Externe Autorität kann helfen, eine Marke oder Quelle einzuordnen. Zusätzlich müssen Inhalte aber für relevante Fragen geeignet, fachlich verständlich und im richtigen Kontext auffindbar sein.
Ein Anbieter mit hunderten verweisenden Domains und kaum KI-Präsenz zeigt deshalb exemplarisch, dass technische Autoritätsmetriken allein noch keine Generative-Search-Sichtbarkeit erzeugen.
Für eine GEO-Agentur sollte deshalb geprüft werden, wie sie Autorität, Content, Entitäten, Quellenstruktur und technische Zugänglichkeit miteinander verbindet.
Technische Qualität der eigenen Website als zusätzliches Prüfsignal
Zur GEO-Kompetenz gehört mehr als Content.
Eine Website bildet die technische Grundlage dafür, dass Inhalte zuverlässig gecrawlt, verarbeitet und interpretiert werden können.
Bei der geprüften Website wurden mehrere technische Auffälligkeiten festgestellt. Zusätzlich lag die Ladeperformance unter einem überzeugenden Niveau.
Solche Befunde sollten nicht überbewertet werden. Eine einzelne technische Schwäche entscheidet kaum über die Gesamtqualität eines GEO-Anbieters.
Wenn allerdings gleichzeitig
keine Rankings, kaum KI-Sichtbarkeit und mehrere technische Schwächen
auftreten, wird das Gesamtbild relevanter.
Eine spezialisierte Agentur sollte erklären können, welche technische Architektur sie selbst einsetzt und welche Faktoren sie für GEO tatsächlich als relevant bewertet.
KI-erstellte Websites sind grundsätzlich kein Qualitätsproblem
Der Einsatz generativer KI beim Aufbau einer Website ist für sich genommen kein negatives Qualitätsmerkmal.
KI kann sinnvoll bei Konzeption, Programmierung, Design, Contentproduktion und Strukturierung unterstützen.
Für die Bewertung zählt deshalb das Ergebnis:
-
Ist die Website technisch sauber?
-
Sind Inhalte fachlich belastbar?
-
Ist die Informationsarchitektur nachvollziehbar?
-
Funktionieren Crawling und Indexierung?
-
Sind Inhalte differenziert und eigenständig?
-
Unterstützt die Website die angebotene Positionierung?
-
Entsteht daraus messbare Sichtbarkeit?
Eine mit KI unterstützte Website kann technisch und inhaltlich hervorragend sein.
Bei einem Anbieter, der gerade KI-Sichtbarkeit als Kernkompetenz verkauft, steigt jedoch der Anspruch an die Qualität der eigenen Umsetzung.
Muss eine GEO-Agentur selbst in ChatGPT sichtbar sein?
Eine pauschale Pflicht lässt sich daraus nicht ableiten.
Die eigene Sichtbarkeit sollte vielmehr in den Kontext des Anbieters eingeordnet werden.
Eine sehr junge Agentur kann fachlich kompetente Gründer besitzen und ihre eigene Marke erst aufbauen.
Ein Spezialist kann überwiegend über Empfehlungen arbeiten.
Eine Agentur kann ihre Ressourcen stärker auf Kundenprojekte als auf Eigenmarketing konzentrieren.
Trotzdem besitzt die eigene Sichtbarkeit bei einem GEO-Anbieter einen höheren Prüfwert als bei vielen anderen Dienstleistern.
Denn GEO-Kompetenz soll genau diese Fähigkeit schaffen:
als relevante Marke, Quelle oder Anbieter in generativen Suchumgebungen auffindbar zu werden.
Wenn hiervon am eigenen Auftritt kaum etwas sichtbar ist, sollte der Anbieter andere belastbare Kompetenznachweise vorlegen können.
Welche Nachweise sollte eine GEO-Agentur liefern können?
Starke GEO-Kompetenz lässt sich anhand mehrerer Ebenen prüfen.
Eigene Messdaten
Ein Anbieter sollte erklären können, wie die eigene KI-Sichtbarkeit gemessen wird.
Relevant sind beispielsweise:
-
verwendete Plattformen,
-
Promptsets,
-
Länder und Sprachen,
-
Messzeitpunkte,
-
Wettbewerber,
-
Markennennungen,
-
Zitierungen,
-
Quellen,
-
Entwicklung über Zeit.
Kundenbeispiele
Referenzen sollten über allgemeine Aussagen wie „mehr Sichtbarkeit in ChatGPT“ hinausgehen.
Hilfreich sind:
Ausgangssituation → Maßnahmen → Messmethodik → Entwicklung → Zeitraum
Gerade bei GEO sollte außerdem klar sein, wie Schwankungen und unterschiedliche Antwortausgaben berücksichtigt wurden.
Konkrete zitierte Seiten
Eine Agentur sollte zeigen können, welche Inhalte tatsächlich von KI-Systemen aufgegriffen werden.
Dabei ist interessant:
-
Welche Seite wird zitiert?
-
Für welche Fragestellung?
-
In welchem Kontext?
-
Wie häufig?
-
Gegen welche Wettbewerber?
-
Wie stabil ist die Sichtbarkeit?
Methodik
GEO sollte sich fachlich erklären lassen.
Eine belastbare Methodik kann beispielsweise Inhalte, Entitäten, technische Struktur, Quellenfähigkeit, externe Autorität, Informationsarchitektur und laufendes Monitoring verbinden.
Wenn GEO ausschließlich über einzelne Tricks oder allgemeine Contentproduktion erklärt wird, fehlt häufig die notwendige Tiefe.
Monitoring
Sichtbarkeit in generativen Systemen ist dynamisch.
Ein professioneller Anbieter sollte deshalb erläutern können, wie Veränderungen über Zeit kontrolliert werden.
Der KI-Sichtbarkeits-Check von AVERVO prüft beispielsweise, ob verwendete Prompts relevant, Ergebnisse reproduzierbar, Quellen nachvollziehbar und behauptete Entwicklungen durch belastbare Daten gestützt sind.
GEO-Kompetenz lässt sich nicht auf einen ChatGPT-Test reduzieren
Ein einzelner Prompt ist als Qualitätsprüfung zu schwach.
Generative Systeme liefern dynamische Ergebnisse. Antworten hängen unter anderem von Modell, Zeitpunkt, Promptformulierung, Region und vorhandenen Quellen ab.
Deshalb sollte eine GEO-Agentur anhand eines breiteren Prüfrahmens bewertet werden.
Dazu gehören:
| Prüfbereich | Relevante Frage |
|---|---|
| Strategie | Gibt es eine nachvollziehbare GEO-Methodik? |
| SEO-Basis | Sind Inhalte technisch und semantisch sauber erschlossen? |
| Content | Gibt es eigenständige, zitierfähige Fachinformationen? |
| Entitäten | Ist die Marke fachlich eindeutig einordenbar? |
| Autorität | Bestehen belastbare externe Vertrauenssignale? |
| AI Visibility | Wird die Marke tatsächlich genannt oder zitiert? |
| Messung | Sind Prompts, Datensatz und Vergleichsmethode nachvollziehbar? |
| Technik | Ist die Website sauber zugänglich und strukturiert? |
| Referenzen | Lassen sich Kundenergebnisse nachvollziehbar belegen? |
Erst das Zusammenspiel dieser Faktoren liefert ein belastbares Bild.
Prüfmatrix der untersuchten GEO-Agentur
Die anonymisierte Prüfung ergibt folgende Zusammenfassung:
| Prüfbereich | Befund | Einordnung |
|---|---|---|
| Organische Keywords | 0 | keine messbare Google-Sichtbarkeit im betrachteten Datensatz |
| Top-3-Rankings | 0 | keine sichtbare Eigenperformance über Spitzenrankings |
| Organischer Traffic | 0 | keine geschätzte organische Nachfrage |
| ChatGPT | 0 erfasste Antworten | keine messbare Präsenz im geprüften Datensatz |
| Google AI Overviews | 0 | keine erfasste Präsenz |
| Google AI Mode | 0 | keine erfasste Präsenz |
| Gemini | 0 | keine erfasste Präsenz |
| Perplexity | 1 | minimale messbare Präsenz |
| Copilot | 0 | keine erfasste Präsenz |
| Domain Rating | 38 | vorhandenes Linkautoritätssignal |
| Verweisende Domains | 395 | breites Linkprofil |
| Backlinks | 20.500+ | hohe absolute Linkzahl |
| Backlinks vs. Rankings | starke Diskrepanz | Linkprofil erzeugt aktuell keine erkennbare organische Performance |
| Technische Qualität | mehrere Auffälligkeiten | zusätzlicher Prüfpunkt |
| Ladeperformance | unterdurchschnittlich | Qualitäts- und UX-Signal mit Verbesserungsbedarf |
Der auffälligste Punkt liegt damit weniger in einer einzelnen Null.
Es ist die Kombination mehrerer schwacher Eigenperformance-Signale bei gleichzeitig vorhandenem Backlinkprofil.
Welche Erklärungen sollte ein Anbieter für solche Befunde liefern können?
Eine sachliche Anbieterprüfung gibt dem Anbieter Raum für Kontext.
Bei einer sehr jungen Website kann fehlende Sichtbarkeit beispielsweise plausibel sein. Ein Domainwechsel, Relaunch oder eine neue Positionierung können ebenfalls Einfluss haben.
Denkbare Fragen sind:
Seit wann wird die Domain aktiv für GEO aufgebaut?
Gab es einen Relaunch oder Domainwechsel?
Welche eigenen GEO-Ziele wurden definiert?
Wie wird die eigene AI Visibility gemessen?
Welche Systeme zeigen bereits messbare Entwicklungen?
Warum führen knapp 400 verweisende Domains aktuell zu keiner organischen Sichtbarkeit?
Welche Kundenprojekte belegen die angebotene Kompetenz besser als die Eigenperformance?
Eine belastbare Antwort kann einen zunächst auffälligen Befund fachlich erklären.
Genau deshalb sollte Anbieterprüfung immer zwischen Befund und Bewertung unterscheiden.
Welche Fragen sollten Auftraggeber einer GEO-Agentur vor der Beauftragung stellen?
Vor einer Beauftragung sollten Unternehmen weniger nach allgemeinen GEO-Versprechen und stärker nach der zugrunde liegenden Prüf- und Messlogik fragen.
Besonders hilfreich sind folgende Fragen:
-
Wie wird KI-Sichtbarkeit konkret gemessen?
-
Welche Plattformen werden berücksichtigt?
-
Wie werden relevante Prompts ausgewählt?
-
Wie wird zwischen Nennung und echter Zitierung unterschieden?
-
Welche Entwicklung konnte bei vergleichbaren Kunden dokumentiert werden?
-
Welche Ausgangswerte lagen vor?
-
Welche Maßnahmen wurden tatsächlich umgesetzt?
-
Wie werden SEO und GEO voneinander abgegrenzt?
-
Welche technischen Anpassungen gehören zur Leistung?
-
Wie wird die Quellenfähigkeit von Inhalten verbessert?
-
Welche Daten erhält der Auftraggeber regelmäßig?
-
Wie wird Erfolg über mehrere Monate bewertet?
-
Welche eigene KI-Sichtbarkeit besitzt die Agentur?
-
Welche Ursachen sieht die Agentur bei fehlender eigener Sichtbarkeit?
-
Welche Teile der Leistung werden intern erbracht?
Damit wird aus einem Verkaufsgespräch eine fachliche Prüfung.
Eigene Sichtbarkeit ist nur ein Teil der Anbieterprüfung
Die Eigenperformance besitzt einen besonderen Vorteil: Sie lässt sich häufig ohne ausgewählte Kundenreferenzen untersuchen.
Trotzdem bleibt sie nur ein Baustein.
Eine vollständige Prüfung einer GEO-Agentur sollte zusätzlich Methodik, Team, technische Kompetenz, Referenzprojekte, tatsächliche Leistungstiefe und wirtschaftliche Substanz betrachten.
Gerade in einem jungen Markt ist außerdem relevant, ob GEO als eigenständige Fachleistung aufgebaut wurde oder im Wesentlichen bestehende SEO- oder Contentleistungen unter einem neuen Begriff angeboten werden.
Eine ähnliche Frage stellt sich bei KI-Agenturen insgesamt. Der Beitrag KI Agentur Kompetenz prüfen zeigt, wie sich technische Tiefe, Methodik und tatsächliche Eigenleistung voneinander unterscheiden lassen.
Anbieterprüfung und Leistungsprüfung unterscheiden
Die hier dargestellte Prüfung betrifft die Frage:
Ist ein GEO-Anbieter vor der Beauftragung fachlich und wirtschaftlich plausibel?
Bei einer bereits laufenden Zusammenarbeit verschiebt sich der Prüfgegenstand.
Dann geht es darum, ob die Agentur tatsächlich GEO-Maßnahmen umgesetzt hat und welche Ergebnisse daraus entstanden sind.
Dafür ist die GEO-Agentur-Leistungsprüfung vorgesehen. Sie untersucht unter anderem Zitationsfähigkeit, technische Struktur, Crawler-Zugänglichkeit und tatsächliche KI-Sichtbarkeit einer laufenden Agenturleistung.
Diese Trennung ist wichtig:
Anbieterprüfung = vor der Beauftragung.
Leistungsprüfung = nach beziehungsweise während der Umsetzung.
AVERVO Einschätzung: Eine GEO-Agentur sollte ihre Kompetenz nachvollziehbar belegen können
Eine GEO-Agentur braucht weder für jedes relevante Keyword ein Spitzenranking noch eine Nennung in jeder einzelnen KI-Antwort.
Die eigene digitale Performance bleibt trotzdem ein relevantes Prüfsignal.
Wenn ein Anbieter Unternehmen Sichtbarkeit in ChatGPT, Gemini, AI Overviews und anderen generativen Systemen verkauft, sollte sich ein Teil dieser Kompetenz anhand der eigenen Marke oder anhand belastbarer Kundenbeispiele nachvollziehen lassen.
Im vorliegenden Fall ergibt sich ein auffälliges Gesamtbild:
0 organische Keywords, 0 geschätzter organischer Traffic, nahezu keine messbare KI-Präsenz und technische Schwächen stehen einem DR von 38 und rund 395 verweisenden Domains gegenüber.
Gerade diese Diskrepanz verdient eine fachliche Erklärung.
Ein starker Anbieter sollte erklären können, warum die eigene Sichtbarkeit so ausfällt, welche Methodik hinter der angebotenen GEO-Leistung steht und welche belastbaren Projektdaten die Kompetenz unabhängig vom eigenen Auftritt belegen.
Für Auftraggeber ist genau dieser Abgleich wertvoller als ein einzelner DR-Wert, ein professionelles Verkaufsversprechen oder eine isolierte ChatGPT-Abfrage.