Das Wichtigste auf einen Blick
Agenturkosten steigen häufig durch gewachsene Strukturen, parallele Leistungen und zusätzliche Tools. Wer Kosten reduzieren möchte, sollte deshalb das gesamte Agenturportfolio betrachten. Eine strukturierte Analyse zeigt, welche Ausgaben notwendig sind und wo Leistungen, Retainer oder Systeme wirtschaftlich optimiert werden können.
- Die größten Einsparpotenziale liegen häufig in Überschneidungen zwischen mehreren Agenturen, nicht in einzelnen Stundensätzen.
- Retainer, Zusatzleistungen, Tools und interne Koordinationskosten sollten gemeinsam betrachtet werden.
- Erst Transparenz schaffen und Leistungen vergleichen, danach gezielt konsolidieren oder Budgets reduzieren.
Agenturkosten steigen selten durch eine einzige große Fehlentscheidung. Häufig wachsen sie über Jahre: neue Retainer kommen hinzu, bestehende Mandate werden erweitert, zusätzliche Tools eingeführt und Leistungen zwischen mehreren Dienstleistern verteilt. Wer Agenturkosten senken möchte, sollte deshalb zunächst die gesamte externe Kostenstruktur betrachten – und nicht nur über Stundensätze oder Rabatte verhandeln.
Warum Agenturkosten häufig schleichend steigen
Die meisten Unternehmen bauen ihre Agenturstruktur nicht auf einmal auf. Eine SEO-Agentur wird beauftragt, später kommen Google Ads, Social Media, Content, Webentwicklung oder Tracking hinzu. Gleichzeitig entwickeln bestehende Dienstleister ihr Leistungsangebot weiter.
Dadurch verändern sich ursprüngliche Zuständigkeiten.
Eine SEO-Agentur übernimmt zusätzlich Content. Die Webagentur bietet Conversion-Optimierung an. Eine Performance-Agentur führt ein eigenes Reportingtool ein. Parallel nutzt das Unternehmen bereits eine Analytics-Plattform und bezahlt einen weiteren Dienstleister für Tracking.
Jede einzelne Position kann plausibel erscheinen. Erst in der Gesamtsicht wird sichtbar, dass Leistungen oder Systeme mehrfach vorhanden sind.
Wer zunächst Transparenz darüber schaffen möchte, welche Anbieter überhaupt beauftragt sind, sollte mit einer vollständigen Übersicht der Marketing-Dienstleister beginnen.
Agenturkosten senken beginnt mit der Gesamtsumme
Eine der wichtigsten Fragen lautet:
Wie viel gibt das Unternehmen pro Jahr tatsächlich für externe Agenturen und Marketing-Dienstleister aus?
Die Antwort ergibt sich selten allein aus den monatlichen Retainern.
Zur tatsächlichen Kostenstruktur gehören unter anderem:
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laufende Agenturhonorare
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Stunden- und Projektbudgets
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zusätzliche Beratungsleistungen
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Content- und Produktionskosten
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Software und Tools
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Tracking- und Reportinglösungen
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externe Entwicklung
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Workshops und Strategietermine
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Sonderprojekte
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interne Steuerungszeit
Ein Unternehmen mit vier Agenturverträgen über zusammen 180.000 Euro jährlich kann durch Zusatzprojekte, Tools und interne Ressourcen tatsächlich eine erheblich höhere Kostenstruktur besitzen.
Die erste Maßnahme zur Kostensenkung ist deshalb keine Kürzung, sondern Transparenz.
1. Doppelte Leistungen zwischen Agenturen identifizieren
Der häufigste strukturelle Kostenhebel liegt in überschneidenden Leistungen.
Typische Beispiele:
Eine SEO-Agentur berechnet Contentstrategie, während eine Content-Agentur ebenfalls strategische Leistungen abrechnet.
Eine Ads-Agentur führt Conversion-Optimierung durch, während die Webagentur denselben Bereich betreut.
Mehrere Agenturen erstellen jeweils eigene Analysen, Dashboards oder Reportingstrukturen.
Verschiedene Anbieter berechnen Projektmanagement für dieselben Projekte.
Solche Überschneidungen bedeuten nicht automatisch, dass eine Leistung unnötig ist. Entscheidend ist die konkrete Aufgabenverteilung.
SEO und Content können beispielsweise sinnvoll an derselben Strategie arbeiten, wenn klar definiert ist, wer Anforderungen entwickelt und wer Inhalte produziert. Kosten entstehen jedoch unnötig, wenn beide Anbieter dieselbe konzeptionelle Arbeit unabhängig voneinander durchführen.
Gerade bei mehreren Dienstleistern sollte deshalb nicht nur geprüft werden, was jede Agentur einzeln leistet, sondern wie sich die Mandate untereinander überschneiden.
2. Retainer regelmäßig auf ihren tatsächlichen Bedarf prüfen
Laufende Agenturverträge entwickeln eine gewisse Trägheit.
Ein Retainer wurde ursprünglich für einen bestimmten Leistungsumfang vereinbart. Später ändern sich Prioritäten, Projekte werden abgeschlossen oder interne Mitarbeiter übernehmen Aufgaben. Das monatliche Honorar bleibt trotzdem bestehen.
Besonders relevant sind deshalb Fragen wie:
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Welche Leistungen rechtfertigen den aktuellen Retainer?
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Werden vereinbarte Kapazitäten vollständig genutzt?
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Welche Aufgaben werden tatsächlich regelmäßig erbracht?
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Welche Leistungen sind inzwischen entfallen?
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Welche Zusatzleistungen werden trotz Retainer separat berechnet?
Ein seit mehreren Jahren unverändert fortgeführter Vertrag sollte deshalb nicht allein aufgrund seiner Historie als angemessen gelten.
Wenn Zweifel an Stunden, Leistungen oder Kosten eines einzelnen Mandats bestehen, kann eine Agenturabrechnung geprüft werden.
3. Tool- und Softwarekosten über alle Agenturen hinweg prüfen
Digitale Agenturarbeit benötigt Software. Problematisch wird es, wenn unterschiedliche Dienstleister parallele Systeme einsetzen und deren Kosten direkt oder indirekt an das Unternehmen weitergeben.
Typische Bereiche sind:
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SEO-Tools
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Reporting
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Analytics
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Tracking
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Projektmanagement
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Social-Media-Management
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Content-Systeme
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Conversion-Tools
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Calltracking
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Dashboards
Ein Unternehmen sollte wissen, welche Systeme tatsächlich notwendig sind und wer sie bezahlt.
Besonders wichtig ist dabei die Frage, ob Tools ausschließlich für einen Dienstleister genutzt werden oder unternehmensweit benötigt werden.
Manchmal ist es wirtschaftlicher, eine zentrale Unternehmenslizenz einzusetzen, auf die mehrere Agenturen zugreifen können. In anderen Fällen ist ein agentureigenes System sinnvoller.
Entscheidend ist, dass parallele Kosten sichtbar werden.
4. Interne Koordinationskosten berücksichtigen
Agenturkosten bestehen nicht nur aus Rechnungen.
Mehrere Dienstleister erzeugen internen Aufwand:
Meetings müssen organisiert, Briefings erstellt, Ergebnisse bewertet, Freigaben koordiniert und widersprüchliche Empfehlungen eingeordnet werden.
Eine Agenturstruktur mit vielen Spezialisten kann fachlich hervorragend funktionieren und trotzdem hohe interne Kosten verursachen.
Ein Beispiel:
Fünf Agenturen benötigen jeweils zwei Stunden Abstimmung pro Woche mit verschiedenen internen Mitarbeitern. Daraus können schnell mehrere hundert Arbeitsstunden pro Jahr entstehen.
Diese Zeit erscheint auf keiner Agenturrechnung. Wirtschaftlich gehört sie dennoch zur externen Dienstleisterstruktur.
Genau deshalb sollte bei der Entscheidung zwischen mehreren Spezialagenturen und einer stärker gebündelten Struktur immer auch der interne Steuerungsaufwand berücksichtigt werden.
Der Beitrag Mehrere Agenturen koordinieren zeigt, wann dieser Aufwand zum strukturellen Problem wird.
5. Unklare Verantwortlichkeiten verursachen zusätzliche Kosten
Kosten entstehen auch dort, wo niemand eindeutig verantwortlich ist.
Eine Agentur empfiehlt eine technische Maßnahme. Eine zweite Agentur soll sie umsetzen. Anschließend stellt sich heraus, dass Anforderungen fehlen oder die Umsetzung angepasst werden muss.
Es entstehen zusätzliche Abstimmungen, Stunden und Korrekturschleifen.
Je stärker Leistungen zwischen verschiedenen Dienstleistern verteilt sind, desto wichtiger wird eine klare Rollenverteilung.
Für jede Aufgabe sollte nachvollziehbar sein:
Wer entwickelt die Strategie?
Wer definiert Anforderungen?
Wer setzt um?
Wer kontrolliert das Ergebnis?
Wer trägt intern die Entscheidung?
Fehlt diese Klarheit, entstehen häufig zusätzliche Projektmanagement- und Beratungskosten, obwohl die eigentliche operative Leistung unverändert bleibt.
6. Agenturleistungen nach wirtschaftlicher Bedeutung priorisieren
Nicht jede Marketingaktivität besitzt dieselbe strategische Bedeutung.
Unternehmen sollten deshalb prüfen, welche externen Leistungen unmittelbar auf zentrale Geschäftsziele einzahlen und welche eher ergänzenden Charakter besitzen.
Das bedeutet nicht, kurzfristig messbare Leistungen grundsätzlich höher zu bewerten. Markenaufbau, SEO, Content oder technische Infrastruktur können langfristig entscheidend sein.
Wichtig ist vielmehr eine klare Begründung:
Warum investieren wir in diese Leistung und welches Ziel soll sie erfüllen?
Wenn diese Frage für einzelne Mandate nicht mehr nachvollziehbar beantwortet werden kann, lohnt sich eine vertiefte Prüfung.
Bei einer einzelnen laufenden Agentur kann dafür die Agenturleistung unabhängig geprüft werden.
7. Marktübliche Preise prüfen – aber erst nach der Struktur
Stundensätze und Honorare sind selbstverständlich relevant.
Sie sollten jedoch nicht der erste Ansatzpunkt sein.
Eine Agentur mit einem höheren Stundensatz kann wirtschaftlicher arbeiten als ein günstigerer Anbieter, wenn sie weniger Stunden benötigt oder bessere Ergebnisse erzielt.
Umgekehrt kann ein marktüblicher Stundensatz wenig helfen, wenn Leistungen unnötig oder doppelt eingekauft werden.
Preisbenchmarking sollte deshalb immer im Zusammenhang mit Leistungsumfang, Kompetenz und tatsächlicher Nutzung erfolgen.
Wer gezielt prüfen möchte, ob bestehende Honorare marktüblich sind, findet dazu die Einordnung Welche Agenturkosten sind marktüblich?.
Besteht dagegen der Verdacht, dass eine konkrete Agentur im Verhältnis zur Leistung zu teuer ist, behandelt der Beitrag Woran erkennt man, ob eine Marketingagentur zu teuer ist? genau diesen Einzelanbieter-Intent.
8. Zusatzleistungen und Projektbudgets getrennt betrachten
Viele Agenturverträge bestehen aus einem laufenden Grundhonorar und zusätzlichen Projekten.
Dadurch kann die tatsächliche Kostenentwicklung schwer erkennbar werden.
Ein Retainer wirkt beispielsweise stabil, während gleichzeitig immer mehr Sonderleistungen hinzukommen:
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Landingpages
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Workshops
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technische Projekte
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Contentproduktion
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Migrationen
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zusätzliche Kampagnen
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Trackinganpassungen
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Beratung
Eine sinnvolle Kostenanalyse trennt deshalb laufende und variable Ausgaben.
Erst dann wird sichtbar, ob ein ursprünglich klar definiertes Mandat zunehmend durch Zusatzleistungen ergänzt wird und ob die Vertragsstruktur noch zur tatsächlichen Zusammenarbeit passt.
9. Mehrere Agenturen gezielt konsolidieren
Wenn verschiedene Dienstleister ähnliche Leistungen übernehmen, kann eine Konsolidierung erhebliche Einsparungen ermöglichen.
Das bedeutet allerdings nicht, möglichst viele Anbieter zu kündigen.
Eine sinnvolle Konsolidierung prüft zunächst:
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Welche Spezialkompetenzen werden weiterhin benötigt?
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Welche Aufgaben können gebündelt werden?
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Welche Leistungen sind redundant?
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Welche Schnittstellen verursachen überproportional viel Aufwand?
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Welche Abhängigkeiten entstehen durch eine Bündelung?
Ein Unternehmen kann beispielsweise feststellen, dass sechs Agenturen sinnvoll auf vier reduziert werden können, während zwei Spezialanbieter bewusst erhalten bleiben.
Wie eine solche Entscheidung vorbereitet werden sollte, behandelt der Beitrag Agenturen konsolidieren.
10. Verträge vor Verlängerung neu bewerten
Vertragsverlängerungen sind ein natürlicher Zeitpunkt für Kostenkontrolle.
Statt bestehende Mandate automatisch fortzuführen, sollten Unternehmen prüfen:
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Wird der ursprüngliche Leistungsumfang noch benötigt?
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Hat sich der interne Bedarf verändert?
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Sind Preise und Konditionen weiterhin angemessen?
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Welche Leistungen wurden zusätzlich aufgenommen?
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Gibt es inzwischen Überschneidungen mit anderen Anbietern?
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Welche Alternativen bestehen innerhalb der aktuellen Dienstleisterstruktur?
Gerade bei mehreren parallel laufenden Verträgen lohnt sich eine gemeinsame Betrachtung.
Sonst wird jeder Vertrag einzeln verlängert, obwohl die Gesamtstruktur längst verändert werden müsste.
Wo Unternehmen häufig an der falschen Stelle sparen
Kostenreduktion kann selbst wirtschaftliche Risiken erzeugen.
Besonders problematisch ist es, pauschal Budgets zu kürzen, ohne die Leistungsstruktur zu verstehen.
Wenn ein besonders wertvoller Spezialanbieter reduziert wird, während doppelte oder schwach abgegrenzte Leistungen weiterlaufen, sinken Kosten zwar kurzfristig, gleichzeitig verschlechtert sich möglicherweise die Gesamtleistung.
Auch rein prozentuale Kürzungen über alle Agenturen hinweg sind selten optimal.
Eine sinnvollere Reihenfolge lautet:
Transparenz schaffen → Leistungen vergleichen → Überschneidungen erkennen → wirtschaftliche Bedeutung bewerten → anschließend gezielt reduzieren.
Wie hoch ist realistisches Einsparpotenzial?
Ein seriöses Einsparpotenzial lässt sich nicht pauschal versprechen.
Bei einer schlanken Struktur mit klar abgegrenzten Dienstleistern kann eine Prüfung ergeben, dass kaum unnötige Kosten bestehen.
In historisch gewachsenen Portfolios können dagegen erhebliche Doppelstrukturen sichtbar werden.
Der wirtschaftliche Wert einer Prüfung besteht deshalb nicht darin, zwingend Kosten zu kürzen. Ebenso wertvoll kann die Erkenntnis sein, dass bestehende Ausgaben fachlich und wirtschaftlich nachvollziehbar sind.
Für die Geschäftsführung entsteht damit eine belastbare Grundlage für Budgetentscheidungen.
Agenturkosten im gesamten Portfolio prüfen
Sobald mehrere Agenturen und externe Dienstleister parallel arbeiten, reicht die Betrachtung einzelner Rechnungen oder Stundensätze häufig nicht aus.
Die Agenturportfolio-Prüfung untersucht deshalb die gesamte externe Anbieterstruktur.
Dabei werden unter anderem betrachtet:
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Verträge
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Honorare
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Leistungsumfang
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tatsächlich erbrachte Leistungen
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Überschneidungen
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Reporting
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Tools
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Zuständigkeiten
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Abhängigkeiten
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wirtschaftliche Risiken
Dadurch lässt sich erkennen, welche Kosten strukturell notwendig sind und welche möglicherweise durch Neuordnung, Bündelung oder Anpassung bestehender Mandate reduziert werden können.
Für eine übergreifende Betrachtung des gesamten Marketingbudgets – inklusive Media, Software und interner Ressourcen – ist dagegen die Marketingbudget-Prüfung der passendere Prüfrahmen.
Agenturkosten dauerhaft kontrollieren
Nach einer einmaligen Optimierung können Kosten erneut wachsen.
Neue Projekte entstehen, Agenturen erweitern ihren Umfang und zusätzliche Systeme werden eingeführt.
Unternehmen mit größeren externen Budgets sollten deshalb eine regelmäßige Kontrolle etablieren.
Ein externes Marketing Controlling kann Leistungen, Honorare, Reportings und Budgets kontinuierlich miteinander abgleichen und Abweichungen frühzeitig sichtbar machen.
Dadurch wird Kostenkontrolle Teil der laufenden Unternehmenssteuerung, statt erst dann stattzufinden, wenn Budgets bereits deutlich gestiegen sind.
AVERVO-Einschätzung: Die größten Einsparungen liegen häufig zwischen den Verträgen
Aus Prüfersicht liegt der größte Hebel bei Agenturkosten häufig nicht in einer einzelnen Rechnung.
Er liegt zwischen den Verträgen.
Dort entstehen parallele Leistungen, doppelte Tools, zusätzliche Abstimmungskosten und historisch gewachsene Zuständigkeiten.
Wer ausschließlich Stundensätze verhandelt, kann fünf Prozent einsparen und gleichzeitig eine strukturelle Doppelung vollständig übersehen.
Deshalb sollte die zentrale Frage nicht lauten:
„Welche Agentur ist zu teuer?“
Sondern:
„Welche Leistungen benötigen wir tatsächlich – und kaufen wir sie innerhalb unserer gesamten Dienstleisterstruktur wirtschaftlich ein?“
Die Prüfung nach dem Agentur-Prüfungs-Standard APS-20 verbindet dafür Leistungsbewertung, Kostenplausibilität, Referenzwerte und Risikobetrachtung.
So lassen sich Agenturkosten dort reduzieren, wo tatsächlich Ineffizienzen bestehen – ohne funktionierende Leistungen allein aus Kostengründen zu beschädigen.