Diese Informationen fassen öffentlich zugängliche Angaben zusammen. Eine umfassende, unabhängige Prüfung für Ihr konkretes Vorhaben erhalten Sie mit unserer Anbieterprüfung.
Anbieterprüfung ansehenAllisa Software GmbH ist ein Anbieter, dessen Angebot sich deutlich von klassischer Softwareentwicklung unterscheidet. Im Mittelpunkt steht eine Low-Code-/No-Code-Plattform, über die Unternehmen und öffentliche Einrichtungen regelbasierte Prozesse digitalisieren, automatisieren und später teilweise selbst weiterentwickeln können.
Für eine Anbieterentscheidung ist deshalb weniger die Frage relevant, ob Allisa einzelne Softwareprojekte umsetzen kann. Interessanter ist, wie gut das zugrunde liegende Plattformmodell zum eigenen Prozess passt, wie tragfähig die versprochene Konfiguration ohne klassische Programmierung ist und welchen Aufwand Betrieb, Integration und spätere Weiterentwicklung tatsächlich verursachen.
Öffentlich zugängliche Projektreferenzen liefern dazu vergleichsweise viele technische und methodische Informationen. Unabhängige Kundenbewertungen sind dagegen bislang nur in sehr begrenztem Umfang sichtbar. Wer Allisa Software GmbH prüfen möchte, sollte daher insbesondere die dokumentierten Projekte, die Plattformarchitektur und das konkrete Angebot miteinander abgleichen.
Die Allisa Plattform ist auf die Digitalisierung und Ausführung von Geschäfts- und Verwaltungsprozessen ausgerichtet. Prozesse werden dabei über Aktionen, Status sowie Aktions- und Statusregeln aufgebaut. Nach Darstellung des Unternehmens können auch komplexe Geschäftsregeln ohne klassische Programmierung abgebildet werden.
Eine zentrale Rolle spielt die als SONAL® bezeichnete Regelwerk-Technologie. Ergänzend stellt die Plattform unter anderem digitale Formulare, Rechte- und Rollenkonzepte, Prozesshistorien sowie Anbindungen an externe Systeme bereit. Genannt werden beispielsweise REST-APIs, SOAP, SFTP und Datenbanken.
Damit positioniert sich Allisa nicht lediglich als Softwareentwickler, der Anforderungen in individuellen Quellcode übersetzt. Das Geschäftsmodell verbindet eine eigene Plattform mit Konfiguration, Implementierung, Integration und der Befähigung von Kunden, bestimmte Anpassungen anschließend selbst vorzunehmen.
Für Interessenten ist diese Unterscheidung wichtig. Die wirtschaftliche Attraktivität eines solchen Modells hängt wesentlich davon ab, wie viele Anforderungen tatsächlich innerhalb der bestehenden Plattform konfigurierbar sind und an welchen Stellen zusätzliche Individualentwicklung notwendig wird.
Die veröffentlichten Projektreferenzen zeigen einen auffälligen Schwerpunkt: Allisa wird dort eingesetzt, wo Prozesse zahlreiche Regeln, Zustände, Berechtigungen und Schnittstellen enthalten.
Ein Beispiel ist das öffentlich dokumentierte Valikom-Verfahren. Laut Projektdarstellung werden dabei zahlreiche unterschiedliche Prozesse mit einer sehr großen Zahl von Datenfeldern und detaillierten Berechtigungen innerhalb der Plattform abgebildet. Die Verfahrenslogik umfasst neben Antragsabläufen auch organisatorische und kommunikative Prozesse.
Für das Amt Mittelangeln beschreibt Allisa wiederum die Digitalisierung kommunaler Verwaltungsleistungen. Dabei werden unter anderem dynamische Regeln, Formularinformationen, Dokumentenerzeugung und die Übergabe an ein Dokumentenmanagementsystem miteinander verbunden.
Eine weitere Referenz betrifft das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Dort wird die Plattform nach Darstellung von Allisa für interne administrative Prozesse verwendet und im eigenen Rechenzentrum betrieben. Besonders interessant ist hier das Konzept, dass der Kunde weitere Prozesse und Integrationen selbst konfigurieren kann.
Die Projekte verdeutlichen damit einen wesentlichen Teil des Leistungsversprechens: Die Plattform soll gerade bei umfangreichen Regelwerken genügend Flexibilität bieten, ohne für jede Änderung neue klassische Softwareentwicklung zu benötigen.
Allisa veröffentlicht ungewöhnlich detaillierte Projektbeschreibungen. Teilweise werden Ausgangslage, Vorgehensweise, Implementierungsumfang und konkrete technische Eigenschaften erläutert. Das ist für eine erste Bewertung hilfreicher als eine reine Logo-Liste.
Bei einem Projekt aus der Lebensmittelindustrie beschreibt Allisa beispielsweise den Aufbau eines ersten MVP im Rahmen eines kompakten Workshops. Das Unternehmen ordnet dieses Vorgehen seiner SpeedSprints®-Methodik zu. Der Ansatz soll Anforderungen anhand einer schnell nutzbaren Lösung konkretisieren und anschließend schrittweise ausbauen.
Solche Case Studies können zeigen, für welche Prozessarten die Plattform bereits eingesetzt wurde. Sie beantworten jedoch nicht automatisch, ob ein vergleichbares Ergebnis bei einem anderen Unternehmen erreichbar ist.
Vor einer Beauftragung sollte deshalb geprüft werden:
Wie ähnlich ist die jeweilige Referenz technisch und organisatorisch zum eigenen Vorhaben?
Welche Funktionen stammen bereits aus dem Standard der Plattform?
Welche zusätzlichen Module oder kundenspezifischen Anpassungen waren erforderlich?
Welche internen Ressourcen stellte der Referenzkunde selbst bereit?
Wie komplex waren Schnittstellen, Migration und Berechtigungskonzept?
Welche Leistungen sind einmaliger Projektaufwand und welche verursachen dauerhaft Kosten?
Gerade bei Plattformsoftware sagt eine erfolgreiche Referenz wenig über die eigenen Gesamtkosten aus, wenn Umfang, Nutzerstruktur, Integrationen und interne Kompetenzen deutlich voneinander abweichen.
Zu Allisa Software GmbH finden sich öffentlich positive Bewertungen. Die Zahl der unabhängig sichtbaren Erfahrungsberichte ist allerdings sehr klein. Daraus lässt sich weder eine breite Kundenzufriedenheit ableiten noch ein belastbares negatives Signal erkennen.
Für die Beurteilung von Allisa sind die umfangreichen Projektreferenzen daher momentan informativer als klassische Bewertungsportale.
Auch hierbei sollte zwischen verschiedenen Formen von Erfahrungen unterschieden werden. Die Einführung eines komplexen Verwaltungsverfahrens stellt andere Anforderungen an einen Softwareanbieter als ein kompakter Prozess zur Digitalisierung interner Qualitätsabläufe. Gute Erfahrungen mit einer konkreten Implementierung können deshalb nicht ohne Weiteres auf jedes andere Einsatzszenario übertragen werden.
Interessenten sollten möglichst Referenzen betrachten, die hinsichtlich Prozesskomplexität, Integrationen, Hosting, regulatorischen Anforderungen und gewünschter Eigenständigkeit dem eigenen Projekt entsprechen.
Ein auffälliges Element der Allisa-Positionierung ist die Möglichkeit, Prozesse und Fachlösungen nach der Einführung selbst zu konfigurieren und zu erweitern.
Genau dieses Versprechen sollte in einer Anbieterprüfung konkretisiert werden.
Zu klären wäre beispielsweise, welche Qualifikation interne Mitarbeiter benötigen, wie umfangreich Schulungen ausfallen und welche Aufgaben dauerhaft Spezialwissen von Allisa oder einem Implementierungspartner erfordern.
Auch die technische Abhängigkeit vom Plattformanbieter spielt eine Rolle. Eine Lösung kann erheblich weniger individuellen Quellcode benötigen und trotzdem eine langfristige Bindung an Plattform, Lizenzmodell und proprietäre Funktionen erzeugen.
Unternehmen sollten deshalb vorab verstehen, wie Prozesse exportiert, versioniert und zwischen Umgebungen übertragen werden können, welche Schnittstellen verfügbar sind und welche Möglichkeiten im Fall eines späteren Systemwechsels bestehen.
Allisa beschreibt sowohl cloudbasierte als auch On-Premise-Einsatzmöglichkeiten. Für Unternehmen mit besonderen Anforderungen an Datenschutz, IT-Sicherheit oder interne Infrastruktur kann diese Wahlmöglichkeit relevant sein.
Die reine Verfügbarkeit verschiedener Betriebsmodelle reicht für eine Entscheidung jedoch nicht aus.
Bei einem konkreten Angebot sollte eindeutig definiert sein, wer Betrieb, Updates, Backups, Monitoring und Störungsbehebung verantwortet. Bei On-Premise-Installationen stellt sich zusätzlich die Frage, welche Aufgaben beim Kunden verbleiben und welchen Support Allisa bereitstellt.
Ähnliches gilt für Integrationen. Vorhandene Schnittstellenmechanismen sind eine gute technische Grundlage, ersetzen aber keine Prüfung des konkreten Integrationsaufwands. Entscheidend ist, welche vorhandenen Systeme angebunden werden müssen, welche Daten ausgetauscht werden und wer individuelle Adapter langfristig pflegt.
Das öffentlich dargestellte Modell erscheint besonders naheliegend, wenn ein Unternehmen komplexe, wiederkehrende und regelbasierte Abläufe digitalisieren möchte und dabei langfristig eine konfigurierbare Plattform anstelle vieler einzelner Softwarelösungen einsetzen will.
Dazu können beispielsweise Genehmigungsprozesse, Anträge, Fachverfahren, Qualitätsmanagement oder interne administrative Abläufe gehören.
Weniger aus den veröffentlichten Informationen ableiten lässt sich, wie gut Allisa für Projekte geeignet ist, deren Schwerpunkt auf hochgradig individueller Benutzeroberfläche, spezialisierten Echtzeitfunktionen oder einer vollständig unabhängigen Eigenentwicklung liegt.
Solche Anforderungen sollten deshalb bereits vor einem Angebot möglichst präzise vom eigentlichen Prozessdigitalisierungsbedarf getrennt werden.
Bei Allisa sollte eine Prüfung nicht bei einer Produktdemo enden. Gerade das Plattformmodell macht mehrere langfristige Fragen relevant.
Interessenten sollten sich insbesondere zeigen lassen, welcher Anteil ihres geplanten Systems mit vorhandenen Modulen und Konfiguration umgesetzt werden kann. Zusätzlich sollte erkennbar sein, welche Anforderungen Erweiterungen oder klassische Programmierung auslösen.
Auch das Lizenzmodell sollte anhand realistischer Nutzungsszenarien betrachtet werden. Relevant sind dabei nicht nur die anfänglichen Projektkosten, sondern die Gesamtkosten über mehrere Jahre einschließlich Betrieb, zusätzlicher Nutzer, Erweiterungen, Schulungen und Support.
Wenn interne Teams später selbst Prozesse konfigurieren sollen, gehört außerdem ein nachvollziehbares Übergabe- und Qualifizierungskonzept in die Projektplanung.
Schließlich sollte geprüft werden, ob die öffentlich beschriebenen Vorteile der Plattform im individuellen Angebot tatsächlich wiederzufinden sind: schnelle Konfiguration, flexible Änderungen, nachvollziehbare Prozessausführung und die Möglichkeit, Abhängigkeiten von dauernder Individualentwicklung zu reduzieren.
Die öffentlich verfügbaren Informationen ermöglichen bereits eine vergleichsweise konkrete Einschätzung des technischen Ansatzes und zeigen mehrere nachvollziehbar beschriebene Einsatzfälle. Sie ersetzen jedoch keine Prüfung des vorgesehenen Systems für Ihr eigenes Unternehmen.
Wenn Ihnen bereits eine Produktpräsentation, ein Konzept oder ein Angebot vorliegt, kann AVERVO die Allisa Software GmbH unabhängig prüfen und untersuchen, ob Plattformmodell, Leistungsumfang, Referenzen, Integrationen und Vertragslogik zu Ihrem konkreten Vorhaben passen.
Dabei geht es nicht darum, öffentliche Bewertungen um eine weitere Meinung zu ergänzen. Relevant ist vielmehr, ob die von Allisa angebotene Lösung die eigenen Anforderungen technisch und wirtschaftlich nachvollziehbar abdeckt.
Bei einer bereits laufenden Zusammenarbeit sind wiederum die eigenen Projektergebnisse aussagekräftiger als fremde Erfahrungsberichte. Dann können beispielsweise vereinbarte und tatsächlich erbrachte Leistungen, Projektfortschritt, Integrationen, Support, Kostenentwicklung sowie die erreichte Eigenständigkeit des internen Teams gegenübergestellt werden.
Ort: Norderstedt · Branche: Software
Ein schriftliches Prüfergebnis mit Befunden zu Team, Referenzen und Seriosität. Diskret auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen.
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